Impuls zur Karwoche

Bewusst durch den Tag - mit Jesus auf dem Weg
Jesus als Mensch hatte einen großen inneren Reichtum in sich,

den Reichtum der Liebe. Er erfasste in wenigen Augenblicken, was der Schmerz, die Angst, die innere Not eines Menschen war, wie auch immer die heißen mochte. Er hatte in sich eine große, eine überfließende Liebe zu allem, was lebt.

Wer selber so reich ist, kann aus dem eigenen Überfluss geben, kann verschenken - sogar sich selbst. Er hatte sich freiwillig für den Weg der Liebe entschieden - mit allen Konsequenzen. Deshalb konnte er selbst-los sein. Er wusste, was ihm wichtig war als Mensch in dieser Welt, in der Menschen einander großes Unrecht tun, in der es alles andere als gerecht zugeht, in der Menschen einander unsäglich viel Leid zufügen. Jesus hat gewusst, was ihm wichtig war in dieser Welt. Deshalb ist er konsequent seinen Weg der Liebe gegangen, auch, wenn viele ihn deshalb belächelt und verachtet haben.

Es war kein mit dem göttlichen Vater abgesprochenes Spiel. "Geh den untersten Weg, dann erhöhe ich dich." Nein, Jesus geht seinen Weg in der Ungewissheit. Er hofft und setzt auf den, den er himmlischen Vater nennt. Aber er weiß nicht, was tatsächlich geschehen wird. Er bleibt bei sich und seinem Weg.

Diesen Weg, den Jesus vor Ostern gegangen ist, den möchte ich ,wenn irgend möglich, auch gehen. Nicht aus blindem Gehorsam, sondern weil er mir der einzig sinnvolle zu sein scheint.

Pfarrer Wolfgang Dörrich

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