Evangelisch-Lutherische_Kirchengemeinde_Holzkirchen
Die Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Holzkirchen

500 Jahre Reformation - Das Reformationsjahr 2017

Der 31. Oktober 1517, der Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen manifestierte, markiert metaphorisch den Beginn der Zeitrechnung evangelisch-lutherischer Religion.
Auch die evangelische Gemeinde Holzkirchen feiert im Jahr 2017 das 500-jährige Jubiläum dieses Schlüsselereignisses europäischer Theologiegeschichte - mit Veranstaltungen, Vorträgen, Beiträgen auf der Webseite und vielem mehr. Sie alle sind herzlich eingeladen, ein halbes Jahrtausend evangelische Geschichte mit uns zu feiern!
Konzert von cantica nova Holzkirchen am 09. April


500 Jahre Reformation – diesem Jubiläum widmet cantica nova holzkirchen ein ganz besonderes Konzert.
Eigentlich sind es zwei Konzerte in einem, die cantica nova am Palmsonntag, den 9. April, in Holzkirchen zur Aufführung bringt. Im Mittelpunkt stehen dabei Vertonungen von Liedern Martin Luthers aus mehreren Jahrhunderten und zwei Kantaten von Johann Sebastian Bach ( Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir / Ein feste Burg ist unser Gott) .
Um 17 Uhr findet Teil 1 in der evangelischen Segenskirche statt, um 19 Uhr wechseln Solisten, Chor und Orchester mit ihrem Publikum in die katholische Pfarrkirche St. Laurentius. Damit kommt der ökumenische Aspekt des Konzertes mit dem Titel „Verleih uns Frieden gnädiglich" auch räumlich zum Ausdruck. Beide Holzkirchner Pfarrer, Wolfgang Dörrich für die evangelische und Gottfried Doll für die katholische Gemeinde, tragen Gedanken zur Reformation aus Sicht ihrer jeweiligen Kirche bei. Franziska Ehmer widmet sich in einem Kurzvortrag der Historie der Reformation.
Die Hauptrolle behält aber die Musik: Unter der Leitung von Katrin Wende-Ehmer präsentieren Instrumentalisten und Sänger geistliche Musik der protestantischen Tradition und stellen sie Werken gegenüber, die vor allem für die katholische Liturgie komponiert wurden ( u.a. Mozart - Ave verum, Bruckner - Ave Maria)

9.4.2017 Palmsonntag
Teil 1 - 17 Uhr evangelische Segenskirche, Holzkirchen
Teil 2 - 19 Uhr katholische Pfarrkirche St. Laurentius, Holzkirchen

Eintrittskarten für das Gesamtkonzert zu 24 € / erm. 12 € im Vorverkauf
bei der Holzkirchner Bücherecke, beim Kiosk neben der Marktapotheke
sowie in den Pfarrämtern.
Einzelkonzerte je nach Verfügbarkeit zu 16 € / erm. 8 € nur an der Abendkasse

Veranstaltungstipp: Kabarett in Sauerlach
02. April 2017

 

Wenige Jahre vor dem großen Reformationsjubiläum 2017 kehrt Martin Luther inkognito für ein Jahr auf die Erde und auf eine Pfarrstelle zurück. Er will sehen, was aus seiner evangelischen Kirche geworden ist und was alles wieder zu reformieren wäre.
Wie wird es ihm ergehen – in einer Welt mit Fernsehen, Internet, Facebook und Twitter und in einer Kirche mit unzähligen Arbeitszweigen, Gremien und Spardebatten?
Lassen Sie sich in schwäbischer Mundart von ihm erzählen, wie er Dienstbesprechungen erlebt und überlebt, wie eine Reformation auf Twitter stattfindet und wie er versuchte, ins Fernsehen zu kommen (und vieles mehr...)
Ob Martin tatsächlich eine neue Reformation in Angriff nehmen wird? Erleben Sie es mit! Freuen Sie sich auf einen heiteren und unterhaltsamen Abend mit Wolfgang Bayer!

Eintritt: Erwachsene 10€ / Kinder, Jugendliche und Studenten 5€

Erhältlich ab 12.3.2017 nach den Sonntagsgottesdiensten in der Zachäuskirche (Beginn: 11Uhr) bei Birgit Kastenmüller, bei Schreibwaren Rees oder per Mail an kabarett_reformation2017@ortweg.de
sowie an der Abendkasse

 

 

Luther-Seite der Stiftung Luthergedenkstätten zum Reformationsjahr 2017

 

Eine schöne, inspirierende Seite zum Thema hat die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt erstellt. Unter der Adresse www.luther2017.de findet sich allerlei interessantes Material rund um das 500-jährige Jubiläum!

 

HereIstand - Martin Luther, die Reformation und die Folgen Ausstellung in der Segenskirche Holzkirchen (ab 17.11.) und Zachäuskriche Sauerlach (ab 30.10)  




 J. Kühn: "Lass das mal den Papa machen..."  Verzweifelt saß der junge Mann in seiner Zelle. Gequält von Ängsten. Dieser Martin Luther war kein Held. Im Gegenteil: ein Häufchen Elend, zerfressen vom Schrecken vor dem Jüngsten Gericht. Er war sich ganz sicher: Der heilige Gott würde ihm den Prozess machen. Er würde geradestehen müssen für alle Sünden – ohne Aussicht auf Freispruch. Der gepeinigte Augustinermönch sang keine Spaß-Lieder von „Stromberg". Gefragt, wie es ihm geht, war seine Antwort nicht: „Läuft!" Er ging nicht davon aus, dass der liebe Gott schon fünfe gerade sein lässt. Gott ist heilig und er selbst ein Verlorener!

 Doch dann kam die große Veränderung – wie die Befreiung aus einem Gefängnis. Luther macht die Entdeckung, dass Gott nicht der allmächtige Richter ist, sondern der gnädige Gott, den es rührt, wenn seine Menschen geplagt sind von Schuld und Gewissensbissen. Es rührt Ihn so sehr, dass Er sich persönlich für mich einsetzt, damit mein Gewissen frei wird und ich aufatmen kann. In der Bibel fand er es schwarz auf weiß, wenn auch noch nicht in seiner Muttersprache: Gott ist barmherzig! Er ist in Jesus Christus Mensch geworden, damit niemand verzweifeln muss, sondern alle wissen dürfen: Da, in diesem Mann am Kreuz, steht der heilige Gott ganz auf meiner Seite!

Luther führte diese frohe Botschaft aus dem Tal der Tränen auf die Gipfel der größten Freude. Das Kreuz wurde ihm zum Zeichen der Gnade Gottes, der ihm Vergebung schenkt, ihn nicht nach seinen bösen Taten verurteilt. Das krempelte sein Leben um. Statt zerbrochen am Boden zu liegen machte er Luftsprünge und kämpfte mit großem Mut dafür, dass alle Menschen diese wunderbare Botschaft erfahren. Jeder sollte mit den eigenen Augen von Gottes Liebe lesen können. Deshalb hat er in einem Mammutprojekt die Bibel übersetzt – bis heute prägt die Lutherbibel unsere deut-sche Sprache, weil er die besten und klarsten Worte gesucht und gefunden hat.

Martin Luther hat noch etwas entdeckt: Gott ist nicht fern, sondern der allmächtige Gott ist „unser Vater". Das „Vaterunser"-Gebet gehörte zu den bahnbrechendsten Entdeckungen der Reformationszeit: Wir dürfen den heiligen Gott „Vater" nennen; und nimmt man den Urtext der Bibel ernst, sogar „Papa"! Wir dürfen also mit allen Sorgen und Freuden zu Ihm kommen. Wir müssen keine Angst vor Ihm haben, sondern können uns so vertraut an Ihn wenden, wie an einen guten Vater auf Erden. Deswegen lässt sich – ein bisserl salopp – die zentrale Botschaft der Reformation so zusammenfassen:
Lass das mal den Papa machen!

500 Jahre Reformation - gibt's da was zu feiern?
Vortrag von Lothar Bily am 21.11.2016
 

Der 500. Jahrestag des „Thesenanschlags“ Martin Luthers steht vor der Türe, und viele erhoffen sich aus Anlass dieses Jubiläums sogar einen Besuch von Papst Franziskus in Deutschland. Sicher wäre das ein schönes Zeichen gelebter und fortgeschrittener Ökumene. In manchen katholischen Kreisen wird dagegen bezweifelt, dass es für Katholiken etwas zu feiern gebe, schließlich habe die Reformation die Einheit der Kirche nachhaltig zerstört und für die Protestanten die Aufgabe vieler Merkmale des Kirche-Seins gebracht, die Katholiken für ganz wesentlich halten.

Der Referent will als Ökumeniker die Reformation aus katholischer Perspektive in den Blick nehmen und aufzeigen, dass Luther eine Dynamik in Gang gebracht hat, die er vielleicht selbst so nicht vorausgesehen hat, die am Ende aber auch für den weiteren Weg der römischen Kirche wesentliche Impulse gebracht hat.

Pater Dr. Lothar Bily SDB ist Mitglied des Ordens der Salesianer Don Boscos, ehemaliger Professor für Systematische Theologie, Pfarr- und Klinikseelsorger, sowie stellv. Direktor des Klosters Benediktbeuern.