Evangelisch-Lutherische_Kirchengemeinde_Holzkirchen
Die Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde Holzkirchen

Die Segenskirche in Holzkirchen

Die Segenskirche in Holzkirchen wurde am 4. Advent 1998 eingeweiht. Das Datum war gleichzeitig das 100jährige Jubiläum der alten Apostel - Thomas - Kirche, die für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war.
Die Segenskirche in Holzkirchen


Entworfen und geplant wurde die neue Kirche vom Architekturbüro Franz Lichtblau und Ludwig Bauer. Für den Bau des zwölfeckigen Kirchenbaus wurden bewusst Naturmaterialien wie Holz, Stahl, Glas und Naturstein verwendet. Sie geben dem Gebäude einen hellen und freundlichen Charakter. Predigtpult, Altar und Christuskreuz wurden vom Bildhauer Karlheinz Hoffmann gestaltet.

In der Regel ist die Segenskirche täglich von 9-18 Uhr geöffnet.Herzliche Einladung, insbesondere zu den Gottesdiensten: Jeden Sonntag um 9:30 Uhr

Die Segenskirche in Holzkirchen

Kleiner Kirchenführer

Das Gelände der evangelischen Kirchengemeinde ist mit dem Bau des Kindergartens (1997), der Segenskirche (1998) und des neuen Pfarrhauses (2005) zu einem gelungenen Ensemble geworden. Stand 1898 beim Bau eines Betsaales für die knapp 200 Evangelischen - die spätere Apostel-Thomas-Kirche – nur ein Platz außerhalb des Ortes zur Verfügung, ist die evangelische Gemeinde auch äußerlich zu einem Zentrum in der Marktgemeinde herangewachsen.

Ein Platz zum Verweilen

Wer von der Haidstraße auf den Kirchplatz tritt, möchte sich gerne auf die Bänke unter dem Turm oder am Rande des Platzes setzen. Der freistehende Turm mit den drei Glocken wurde der Kirchengemeinde vom Ehepaar Schilffarth aus Warngau geschenkt. Der Klang der Glocken ist auf die Geläute der katholischen Josefs- und St. Laurentiuskirche abgestimmt und lädt die Gläubigen zum Gottesdienst und zum Gebet ein.

Stufenlos in die Kirche

Vom Kirchplatz kommt man ohne Stufen durch die großen roten Türen in die Segenskirche. Das Pflaster des Vorplatzes setzt sich in der Kirche mit den Granitsteinplatten fort und symbolisiert so die Verbindung zwischen Gottesdienst und Leben, zwischen Profanem und Sakralem. Ohne Stufen gehen wir aus dem Alltag zu Gott und tragen die Erfahrungen des Gottesdienstes zurück in unser Leben.

Das Volk Gottes

Wer durch das Foyer hindurchgeht, gelangt ins Innere der von zweimal 12 Säulen aus Lärchenholz getragenen Kirche. Im Architektenwettbewerb 1992 noch als Rundbau konzipiert wurde die Segenskirche in der weiteren Planung in Zusammenarbeit mit den Architekten Franz und Wendelin Lichtblau zum symbolträchtigen Zwölfeck weiterentwickelt. Die Zahl 12 steht im Alten und Neuen Testament für die geordnete Gesamtheit des Volkes Gottes und erinnert an die 12 Stämme Israels und die 12 Apostel. So ist die Segenskirche der Ort, an dem sich das Volk Gottes von Holzkirchen versammelt und sich unter Gottes Wort und seinen Segen stellt.

Transparenz und Geborgenheit

Die weite des Raumes unter der großen Kuppel und die großen Fenster machen die Segenskirche hell und einladend. Sie atmet Offenheit und Weite und bietet durch den geschützten Kernraum und die warmen Holzflächen doch Geborgenheit und Heimat. Der Besucher bleibt mit der Welt und der Natur draußen in Verbindung und kann sich doch in den geschützten Bereich zurückziehen.

Taufe im Zentrum

Inmitten der Kirche steht das Taufbecken aus Eichenholz. Das Ursakrament der Kirche bildet das Fundament der Gemeinde. Über dem Taufbecken öffnet sich die Kirche nach oben über die verglaste Kuppelspitze zum Himmel. Licht fällt von oben auf die Mitte der Gemeinde und symbolisiert die Verbindung zu Gott.

Der segnende Gekreuzigte

In einer Linie mit dem Taufbecken stehen - vom Eingang aus gesehen - Altar, Predigtpult und Kreuz. Altar und Predigtpult bilden in der gewählten Anordnung die Einheit und Gleichordnung von Wort und Sakrament ab. Im Standkreuz im Chorraum fließen Grundbilder unseres Glaubens zusammen: Christus hat das Leid der Welt ans Kreuz getragen und ist für uns gestorben; er ist auferstanden und ist eingesetzt als Herrscher über diese Welt; er wendet sich seiner Gemeinde mit den offenen Händen segnend zu.

Der senkrechte Spalt im Kreuz und im Körper Christi steht für die bleibende Zerrissenheit der Welt und der Christenheit. Der fast kindliche Kopf des Gekreuzigten spielt darauf an, dass Jesus als Kind in einer Krippe geboren wurde, und stellt einen Bezug zur Einweihung der Kirche am 4. Advent kurz vor dem Weihnachtsfest her. Taufbecken, Altar, Predigtpult und Standkreuz wurden von Karlheinz Hoffmann gestaltet.

Flexible Bestuhlung

Die flexible Bestuhlung im Kernraum der Kirche ermöglicht ein hohes Maß an Variabilität für unterschiedliche Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen. Sind die Stühle für den Sonntagsgottesdienst mit Predigt und Abendmahl nach vorn ausgerichtet, können sie ohne großen Aufwand für Tauf- oder Segnungsgottesdienste zentral gestellt werden. Für Konzerte oder auch Familiengottesdienste mit Anspielen kann auch die Position von Altar und Predigtpult verändert werden.

Lediglich das Taufbecken soll am zentralen Ort bleiben und bildet bei aller Variabilität einen festen Punkt in der Kirche.Der Kernraum mit etwa 120 Sitzplätzen bietet auch für Gottesdienste mit kleiner Besucherzahl das Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft. Die 180 Plätze auf der Empore und Erweiterungsmöglichkeiten im Chorraum und im Foyer machen die Kirche aber auch für 300 bis 400 Besucher geeignet.

Feiern unter einem Dach

Unter der Empore befinden sich die Nebenräume, das Foyer und die Kinderkirche. Während des Gottesdienstes am Sonntag feiern die Kinder ihren Gottesdienst in der Kinderkirche. Das Foyer lädt zum Verweilen und Plaudern nach dem Gottesdienst oder in der Konzertpause ein. Eine kleine Küche ermöglicht die Bereitstellung von Getränken und auch einem kleinen Imbiss. In der Sakristei und der Werksakristei können die Gottesdienste geistlich und äußerlich vorbereitet werden. Ein Abstellraum verhindert, dass Durcheinander hinter der Orgel oder in der Sakristei entsteht.

Eine neue Orgel bleibt vorerst ein Wunschtraum

Aus Kostengründen wurde die alte Orgel von der Apostel-Thomas-Kirche mit in die Segenskirche übernommen. Auch wenn sie tapfer ihren Dienst verrichtet und unsere Organisten ihr beste Töne entlocken, ist deutlich hörbar, dass sie für den Kirchenraum eigentlich zu klein ist. Da aber andere Baumaßnahmen in der Gemeinde vorrangig sind, wird man sich noch einige Jahre mit der kleinen Orgel bescheiden müssen.

Segen für die Gemeinde

In den Jahren seit der Einweihung am 4. Advent 1998 hat die Gemeinde die Segenskirche angenommen und ins Herz geschlossen. Sie erfüllt alle gottesdienstlichen und funktionalen Erwartungen aufs Beste und bildet das geistliche Zentrum der Gemeinde. Den Architekten Franz und Wendelin Lichtblau ist es mit den Verantwortlichen in der Gemeinde gelungen, eine der schönsten modernen Kirchen in Bayern zu bauen. Als Gemeinde sind wir dankbar, diesen Ort zur Feier unseres Glaubens und zur Gemeinschaft um Wort und Sakrament zu haben.

Gottfried Greiner
Fotos: Christiane Wrenger

Pfarrer Gottfried Greiner war von 1996 bis Ende 2008 Pfarrer in unserer Kirchengemeinde. Unter seiner Gemeindeleitung wurde 1998 die Segenskirche errichtet. Ende 2008 hat er zusammen mit seiner Frau Holzkirchen verlassen und ist heute am Gottesdienstinstitut in Nürnberg für die Lektoren- und Prädikantenausbildung tätig. Seine Frau, Dr. Dorothea Greiner, ist heute Regionalbischöfin von Bayreuth.

 

 

 

Anfahrtsplan zur Segenskirche


Detailansicht von Holzkirchen