Musik!

„Papa, kann ich Musik anmachen?“

Meistens stimme ich sofort zu. Musik ist wichtig, sie bringt uns auf neue Gedanken und macht den Kopf frei. Blaskapelle und indische Trommeln, großes Orchester und E-Gitarre, Schlagzeug und Kinderchor: Was für Möglichkeiten!

Seit Tausenden von Jahren machen Menschen Musik mit ganz unterschiedlichen Instrumenten und vor allem: Mit dem eigenen Körper und der eigenen Stimme.
Auch in Zeiten, in denen man nicht so recht weiterweiß, kann ein zaghaftes Lied oder auch die ganz große Show eine große Hilfe sein. Das schwingt uns ein in neue Harmonien und – na klar – lässt uns manchen Kummer erst mal vergessen. Musik ist für mich eine Gottesgabe, die gerade dann besonders zum Tragen kommt, wenn ich Orientierung suche.

Den Aufbruch in Konzerthallen und Clubs, in Theatern und Bürgerhäusern finde ich deshalb sehr gut. Auch im Angesicht des schrecklichen Krieges in der Ukraine will ich nämlich nicht vergessen, auf welcher Grundlage das Leben steht. Da zählt der Zusammenklang von uns Menschen mit allen Harmonien und allen Missklängen. Das bedeutet viel Freiheit und auch viel Verantwortung. Weil alle Stimmen dazugehören. Nur eben nicht Zerstörung. Und eigentlich auch keine Verbote.

Mit denen, die mir fremd vorkommen, gemeinsame Harmonien zu finden ist nicht einfach. Aber wir werden mit Gottes Hilfe den richtigen Ton finden mit Ukrainern und Syrern, mit Altbayern und mit Zugroasten. Und hoffentlich irgendwann auch mit ängstlichen Kriegstreibern.
Musik anmachen? Musik an machen!

Ihr Pfarrer Peer Mickeluhn